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###PFEILRECHTS###

Blick nach aussen

Die Aventurin Bogenwelten unterstützen in jedem Lebensbereich. Circa 4 – 6 Mal im Jahr beleuchten wir mit dem „Blick nach außen“ verschiedene Alltagssituationen. Wenn Sie diese Impulstexte automatisch per E-Mail erhalten möchten, können Sie sich hier anmelden.

Natürliche Leistungsoptimierung

Höchstleistung bringt der Mensch im Zustand der Optimal-Spannung. Doch diesen können wir nicht dauerhaft halten. Sonst ergeht es uns wie einem Bogen, dessen Sehne nie abgespannt wird. Das Material erschlafft und der Bogen wirft...[mehr]

Natürliche Leistungsoptimierung

In welchem Spannungszustand befinde ich mich gerade? In der Unter-, Optimal- oder Überspannung? Woran erkenne ich meinen Spannungszustand? Bin ich in der Lage, ihn bewusst zu regulieren? Warum sollte ich mich damit auseinandersetzen?

Höchstleistung bringt der Mensch im Zustand der Optimal-Spannung. Doch diesen können wir nicht dauerhaft halten. Sonst ergeht es uns wie einem Bogen, dessen Sehne nie abgespannt wird. Das Material erschlafft und der Bogen wirft nicht mehr so weit. Der Pfeil verfehlt das gewünschte Ziel.

Höchstleistung hängt also eng mit der Fähigkeit zusammen, immer wieder loszulassen und sich zu erholen. Das klingt banal, ist aber in unserer Zeit eine Herausforderung. Ständige Erreichbarkeit, die Möglichkeit, überall und jederzeit zu arbeiten, und die Fülle an verfügbaren Informationen halten uns permanent unter Spannung.

Wenn wir mit unseren Seminarteilnehmern, in die Aventurin Bogenwelt der Spannung eintauchen, sind wir oft überrascht, wie wenig dieser Aspekt im Alltag berücksichtigt wird. Dabei wäre das Thema Spannung ein höchst wirksamer Hebel zur natürlichen Leistungs- und Lebensoptimierung.

Schlauer zum Ziel

Sich mit Zielen zu beschäftigen, ist für Führungskräfte nichts Neues. Doch in unseren Seminaren erleben wir immer wieder, dass sie dazu einen neuen Zugang finden. Die positiven Folgen zeigen sich in den Unternehmen im Kleinen wie...[mehr]

Schlauer zum Ziel

Sich mit Zielen zu beschäftigen, ist für Führungskräfte nichts Neues. Doch in unseren Seminaren erleben wir immer wieder, dass sie dazu einen neuen Zugang finden. Die positiven Folgen zeigen sich in den Unternehmen im Kleinen wie im Großen.

So berichten uns Teilnehmer z.B. über einen Qualitätssprung ihrer Entscheidungsprozesse. Das Rezept: Sie erinnern sich in ihren Besprechungen regelmäßig an die erlernten Kriterien einer „guten“ Zielformulierung.

Was im Großen auffällt, ist eine veränderte Haltung zum Thema Ziel. Den Teilnehmern wird in den Seminaren bewusst, wie eng die anderen sieben Bogenwelten – Vorbereitung, Spannung, Konzentration, Loslassen, Aufbruch, Vertrauen und Sein – mit dem Ziel verbunden sind. So beschäftigen sie sich bei der Zielfindung nicht mehr nur mit der Frage: WAS wollen wir erreichen? Sie klären jetzt auch das WOZU und das WIE.

Denn das klare Wozu gibt ihnen Orientierung und motiviert. Wenn der Sinn klar ist, fällt es leichter, auch mit schwierigen Bedingungen umzugehen.

Ein schlaues Wie bedeutet, den Menschen in seiner Ganzheit ernst zu nehmen - auch mit seinem Bedürfnis nach Erholung, Gesundheit und einem gelingenden Privatleben.

Auf Druck reagieren viele Menschen mit „noch mehr" oder "noch härter". Doch wenn ihre Leistungs- und Belastbarkeitsgrenzen bereits erreicht sind, führt diese Strategie in eine Sackgasse. Die Alternative: nicht härter sondern schlauer. Das mag in einer Leistungsgesellschaft beim ersten Hinhören irritieren. Aber wie können wir sonst langfristig aktiv und erfolgreich bleiben? Schließlich steht an jedem Ziel ein neuer Anfang, der wiederum von allen Beteiligten Elan, Kreativität und Einsatz erfordert.

Haben Sie Ihre Ziele für dieses Jahr schon schlau definiert? WAS möchten Sie WOZU und WIE erreichen? Wir wünschen Ihnen dafür alles Gute!

Weg von oder hin zu?

Vor dem Aufbruch zu einem unbekannten Urlaubsziel begleiten mich immer zwei Gefühle: Vorfreude, aber auch Unsicherheit. Ein innerer Widerstand paart sich mit der Frage: „Warum etwas riskieren? Wer weiß, wie es wird?[mehr]

Weg von oder hin zu?

Vor dem Aufbruch zu einem unbekannten Urlaubsziel begleiten mich immer zwei Gefühle: Vorfreude, aber auch Unsicherheit. Ein innerer Widerstand paart sich mit der Frage: „Warum etwas riskieren? Wer weiß, wie es wird? Wo ich letztes Jahr war, kenne ich mich aus und dort war es doch auch ok.“ Und so stehe ich jedes Jahr erneut vor der Entscheidung: Will ich etwas Neues kennenlernen und meinen Horizont erweitern oder folge ich dem Ruf der Bequemlichkeit?

In unserer Zeit ist alles in Bewegung. So steht Aufbrechen an der Tagesordnung. Es steckt in den verschiedensten Themen, wie z.B. „Womit motiviere ich mein Team zu neuen Wegen?“, „Wie überwinde ich meinen inneren Schweinehund?“ oder „Wie kann ich verwirklichen, was mir wichtig ist?“ Wir sind gefordert, uns laufend anzupassen und weiterzuentwickeln - persönlich, beruflich und unternehmerisch. Was löst das in Ihnen aus? Aufbrechen bedeutet, selbst aktiv zu werden und zu gestalten – eigentlich das „Tagesgeschäft“ jeder Führungskraft und jedes Unternehmers. Doch der Mensch kreist um ein ewiges Dilemma: Wir wollen uns entwickeln, verwirklichen und selbstbestimmt handeln. Gleichzeitig sehen wir uns nach Sicherheit, Stabilität und Ruhe. Die Folgen bringt ein Sprichwort auf den Punkt: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“

Aufbrechen ist anstrengend, erfordert Mut und erzeugt Gegenwind. Deshalb braucht es eine Antriebsfeder, die einen Impuls auslöst – entweder „weg von“ dem Bisherigen oder „hin zu“ etwas Neuem, Anderem, Besserem. Wenn Angst, Druck oder Schmerz groß genug sind, lösen sie einen „Weg-von-Aufbruch“ aus. Eine Hin-zu-Bewegung entsteht, wenn das Ziel bzw. der Zielzustand attraktiv genug ist.

Für Unternehmen ist es natürlich fatal, wenn sie sich nur „weg von“ bewegen. Deshalb ist dem Thema „Aufbruch“ in unseren Führungskräfteseminaren eine eigene Aventurin Bogenwelt gewidmet. Unsere Teilnehmer erleben dort, wie befreiend aufbrechen sein kann. Für uns ist schön zu beobachten, welche Euphorie entsteht, sobald der erste Schritt aus der Komfortzone getan ist. Es lohnt sich nicht nur, es gibt dem Leben auch wieder eine andere Energie. Wahrscheinlich geht es ihnen wie mir mit meinen Reiseerfahrungen, von denen ich keine einzige missen möchte.

Was möchten Sie – persönlich, im Team oder im Unternehmen - als Nächstes in Angriff nehmen? Wir wünschen Ihnen Mut zum ersten Schritt und viel Freude auf Ihren Entdeckungsreisen!

Teures Übergepäck

Wenn Sie in letzter Zeit in den Urlaub geflogen sind, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, wie streng das Gewicht des Gepäcks inzwischen kontrolliert wird. Wer seine Dinge nicht einmal für zwei Wochen loslassen kann und zu viel...[mehr]

Teures Übergepäck

Wenn Sie in letzter Zeit in den Urlaub geflogen sind, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, wie streng das Gewicht des Gepäcks inzwischen kontrolliert wird. Wer seine Dinge nicht einmal für zwei Wochen loslassen kann und zu viel im Koffer mitschleppt, zahlt. Doch „Übergepäck“ kommt nicht nur auf Reisen teuer.

Sicher fallen Ihnen Unternehmen ein, die gescheitert sind, weil sie zu sehr oder zu lange an etwas festgehalten haben: an Personen, Strategien, einem eingeschlagenen Weg, fixen Erwartungen, vergangenen Erfolgsmodellen oder starren Einstellungen. Was besorgte Mütter oft erst bei ihren Kindern lernen müssen, ist auch für Entscheider und Führungskräfte eine elementare Kompetenz: loslassen können. Denn „Loslassen“ ist Voraussetzung für Entwicklung.

Doch Loslassen ist aus vielen Gründen einfacher gesagt als getan: Das Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle, Widerstand vor Veränderung, die Angst zu versagen, akzeptieren oder Abschied nehmen müssen, Gewohnheitsdenken und Nostalgie sind nur einige. Auch hinter Tugenden wie Treue und Verantwortungsbewusstsein versteckt sich manchmal eine mangelnde Fähigkeit loszulassen. Wer am Alten zu sehr festhält, droht, das Neue zu übersehen oder falsch einzuschätzen. Wer zu akribisch plant, kommt nicht in die Phase der Umsetzung.

Loslassen hilft, um Raum für erforderliche Veränderungen und Kreativität zu schaffen, um nicht zu erstarren, um neue Perspektiven zu eröffnen, um sich weiterzuentwickeln. Erst die Hand, die etwas loslässt, wird frei, um Neues in Angriff zu nehmen. Das muss nicht immer heißen, etwas komplett zu verwerfen. Loslassen kann auch bedeuten, etwas nur vorerst zur Seite zu legen oder nach einer neuen Balance bzw. Kompromissen zu suchen.

Viele unserer Seminarteilnehmer erleben Loslassen als eine große Herausforderung. Sie verbinden damit einen Verlust. Doch bei näherer Betrachtung beginnt die zweite Seite der Medaille zu glänzen. Mit Pfeil und Bogen erleben sie die verschiedenen Qualitäten des Loslassens – von frustriert, kontrolliert bis hin zu befreiend. Sie erkennen, dass sie selbst ihre Haltung wählen können. Sie spüren, welche Freude und Kraft in dem dadurch möglichen Aufbruch liegt.

Loslassen ist nicht nur ein zentrales Thema für jedes Unternehmen. Es ist auch eine Art Energiesparprogramm auf persönlicher Ebene – eine Fähigkeit, mit der Sie sich viel Frust und Ärger ersparen und Ihr Leben vereinfachen.

Wann haben Sie zuletzt den Inhalt Ihres Koffers überprüft?

Überfüllt?

Erdbeer, Marille, Haselnuss oder Honig? „Ene, mene, muh und dran bist du!“ Ich beobachte meinen neunjährigen Sohn am Frühstückstisch. Er versucht gerade, sich für einen Brotaufstrich zu entscheiden – aus einer Fülle an...[mehr]

Überfüllt?

Erdbeer, Marille, Haselnuss oder Honig? „Ene, mene, muh und dran bist du!“ Ich beobachte meinen neunjährigen Sohn am Frühstückstisch. Er versucht gerade, sich für einen Brotaufstrich zu entscheiden – aus einer Fülle an Wahlmöglichkeiten. Doch ich bezweifle, dass er diese Fülle als Reichtum erlebt. Ich frage mich, ob ich ihm damit etwas Gute tue. Denn ich weiß, wie es mir selbst mit der großen Auswahl geht.

Qual der Wahl

Wahlmöglichkeiten geben mir das Gefühl der Freiheit, aber auch oft das Gegenteil. Denn entscheiden bedeutet: Ich sage zu einer Sache „Ja“ und allen anderen „Nein“. Das ist die Kehrseite der Fülle. Ich kann das andere nicht haben und muss loslassen. Das erzeugt in mir ein Unbehagen.
Die Fülle kostet mich auch Energie und Zeit. Denn ich muss Alternativen abwägen und entscheiden. Mein Gehirn ist ständig gefordert, oftmals überfordert.

Bewusst entscheiden

Wir leben in einer Welt der großen Auswahl. Daran kann ich nichts ändern. Doch ich kann entscheiden, wie ich mit der Fülle umgehe. Ich kann mir bewusst machen, wo sie mich bereichert und wo sie mich belastet.

Was ist wesentlich

Besonders vor Weihnachten beschäftigen mich jedes Jahr zwei Themen: das Loslassen und die Konzentration auf das Wesentliche. Denn weniger ist manchmal mehr und wie schon Viktor E. Frankl meinte: „Ich muss mir von mir selber ja nicht alles gefallen lassen!“

Ruderst du schon selbst?

In einem unserer Basisseminare haben wir in der Halbzeitbesprechung danach gefragt, welche Denkprozesse gerade in den Köpfen der Teilnehmenden abliefen. Eine Teilnehmerin hat folgendes Bild skizziert: [mehr]

Ruderst du schon selbst?

In einem unserer Basisseminare haben wir in der Halbzeitbesprechung danach gefragt, welche Denkprozesse gerade in den Köpfen der Teilnehmenden abliefen. Eine Teilnehmerin hat folgendes Bild skizziert:

„Ich sitze auf einem Ruderboot inmitten eines kleinen, idyllischen Badesees. Rechts und links des Ruderboots liegen meine zwei Ruder, die mir zur Fortbewegung dienen. Wenn ich beide Ruder in die Hand nehme, kann ich dorthin rudern, wohin ich insgeheim schon immer wollte. Doch nicht immer nehme ich die Ruder selbst in die Hand. Des Öfteren lasse ich sie im Wasser hängen, oder ich lasse sie mir aus der Hand nehmen - sei es von einer zweifelnden inneren Stimme oder einem entmutigenden Feedback von außen. Damit ist jetzt Schluss. Ich habe beschlossen, ab jetzt selbst zu rudern!“    

 
ANDREAS JUEN 
Gewohnheiten nehmen uns das Ruder aus der Hand
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Alles, was sich in seinem bisherigen Leben als nützlich erwiesen hat, verwendet er immer wieder gerne. Deshalb führen Gewohnheiten oft dazu, dass wir im Kreis rudern. Wir kommen unseren Zielen nicht näher. Nicht selten ist uns sogar bewusst, dass bestimmte Verhaltensmuster uns mehr schaden als helfen. Und dennoch, aus welchen Gründen auch immer, behalten wir sie bei. Die Veränderung gewohnten Verhaltens braucht Mut und Zeit. Es ist hilfreich, sich dabei folgende Fragen zu stellen:
Welche Verhaltensmuster erkenne ich bei mir? (z.B. negative Selbstgespräche) 
Welche Vorteile bringen mir diese Muster?
Welchen Vorteil verschafft mir eine Veränderung?
Warum brauche ich überhaupt eine Veränderung?
Warum brauche ich genau diese Veränderung?
Was ist das Ziel der Veränderung?
Wie sehr will ich diese Veränderung?
Was bedeutet die Veränderung in meinem sozialen Umfeld, für meinen Status und meine Karriere?
Was verliere ich durch die Veränderung?
Welche Hindernisse könnten mir  auf dem Weg zu dieser Veränderung begegnen?

Wie kann ich mich auf diese Hindernisse vorbereiten? Wie kann ich sie bewältigen? (z.B. Umfeld miteinbeziehen)
Bin ich den Veränderungsanforderungen gewachsen?


Durch die Auseinandersetzung mit diesen Fragen nehmen Sie das Ruder in die Hand. Wichtig ist, sie schriftlich zu beantworten. Gedanken, die sichtbar gemacht werden, haben eine stärkere Wirkung. Schriftlichkeit verpflichtet oder wie ein Chinesisches Sprichwort sagt: „Die schwächste Tinte ist stärker als das beste Gedächtnis.“ Viel Spaß dabei!


CHRISTIAN UHL

Jeden Tag etwas Ungewohntes tun

Bereits als Kind lernen wir uns anzupassen. Das ist auch gut so. Denn sonst würde niemand bei Rot an der Ampel stehenbleiben. Zu viel automatisierte Anpassung nimmt uns allerdings das Ruder des Lebens aus der Hand. Wir erkennen nicht mehr, dass wir unsere Sehnsüchte und Begabungen unter den Perserteppich kehren. Die Trotzmacht unseres Geistes geht mehr und mehr verloren. Wir gehen fatalerweise davon aus, dass es bequemer oder sicherer ist, gerudert zu werden anstatt selbst zu rudern. Selbst rudern bedeutet, hinzusehen, zu erkennen und die eigene Komfortzone zu verlassen. Doch wie können wir das im Alltag leben?

Einer meiner Kunden hat für sich einen einfachen, aber sehr effektiven Weg gefunden: „Jeden Tag etwas Ungewohntes tun.“ Bei dieser Antwort auf meine Frage nach seinem Erfolgsrezept zog er einen dunkelroten Block aus seiner Aktentasche und begann vorzulesen:

Sonntag 8.3.09: Den ganzen Tag das Handy ausgeschaltet.
Montag 9.3.09: Eine Tafel Nussschokolade ohne schlechtes Gewissen gegessen.
Dienstag 10.3.09: Dem Kellner auf die Frage, ob es geschmeckt hat, mit „Nein“ geantwortet.
Mittwoch 11.3.09: Meiner Frau gesagt, dass ich sie nochmals heiraten würde.
Donnerstag 12.3.09: Meinem Sohn von New York ein T-Shirt mit der Aufschrift „My Dad is so embarrassing“ [„Mein Vater ist so peinlich“] mitgebracht.
Freitag 13.3.09: Ein gelbes Hemd angezogen.

Schon durch kleine Veränderungen nehmen wir das Ruder des Lebens wieder selbst in die Hand. Jeden Tag etwas Ungewohntes tun: Was nimmst du dir heute vor?

PS: Schwester Cristina scheint das gleiche Erfolgsrezept zu haben:

http://www.youtube.com/watch?v=-oyAuockfZQ

Geschwindigkeit hat ihren Preis

Unsere Welt wird immer hektischer und schneller. Die hohe Geschwindigkeit führt dazu, dass wir viel mehr im Außen handeln, als uns lieb ist. Wir REagieren anstatt zu agieren und entfernen uns dadurch immer weiter von uns selbst.[mehr]

Geschwindigkeit hat ihren Preis

Unsere Welt wird immer hektischer und schneller. Die hohe Geschwindigkeit führt dazu, dass wir viel mehr im Außen handeln, als uns lieb ist. Wir REagieren anstatt zu agieren und entfernen uns dadurch immer weiter von uns selbst. Durch diese Entfremdung unseres eigenen Ichs überhören wir unsere innere Stimme. Ohne diese innere Wahrnehmung verlieren wir wertvolle Fähigkeiten, wie etwa unsere Intuition, die eine wichtige Rolle dabei spielt, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn wir nicht Möglichkeiten finden, den Herausforderungen unserer Zeit bewusst zu begegnen, können wir sogar krank davon werden. Doch wie kann es gelingen, sich nicht von dieser Hektik der Welt mitreißen zu lassen? Wie können wir unsere Ruhe und innere Harmonie bewahren? Wie können wir die äußere Welt mit unserer innerer Welt wieder in Einklang zu bringen?    

 

ANDREAS JUEN 

Im ersten Schritt ist es hilfreich, immer wieder einen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Dazu ist ein gewisser Abstand erforderlich. Diesen zu schaffen, erfordert Selbstdisziplin. Selbstdisziplin bedeutet z.B., sich lediglich so viele Dinge an einem Tag vorzunehmen, wie sich realistisch erledigen lassen. Nur so bleibt Zeit, um das eigene Verhalten zu reflektieren und festzustellen, was gut gelaufen ist oder auch nicht und warum dies der Fall war. Durch diese Herangehensweise lernen wir uns selbst besser kennen und können in einer ähnlichen Situation in der Zukunft anders reagieren.

Wir müssen auch wieder lernen, Wesentliches vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Immer wieder werden wir von außen "verführt". Es ist eine große Herausforderung, sich nicht von den permanenten Einflüssen, wie E-Mail, Telefon, Radio usw. ablenken zu lassen. Auch unsere vielfältigen Interessen und Möglichkeiten tragen dazu bei, dass wir uns immer wieder verlieren. Die Erstellung einer Prioritätenliste kann den Blick fürs Wesentliche schärfen. Doch Prioritäten zu setzen heißt nicht, dass wir auf unsere vielfältigen Interessen komplett verzichten müssen - im Gegenteil. Denn genau das würde erneut innerlich Stress auslösen. Wenn wir diesen Interessen täglich ein Zeitfenster einräumen - und seien es nur 10-15 Minuten, werden sie wenigstens teilweise befriedigt. Wir werden dadurch wesentlich ruhiger und konzentrierter. Prioritäten richtig zu setzen bedeutet, in der jeweiligen Situation das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Ohne diese Unterscheidung laufen wir Gefahr, viel Zeit mit unwesentlichen Dingen zu vergeuden. Wir kommen immer wieder in Bedrängnis und werden zu Getriebenen dieser Welt.

Durch richtige und rechtzeitige Planung schaffen wir Struktur und Ordnung im System (auch in unserem inneren System). Wenn wir unsere Zeit und Energie bewusst einteilen, bleibt uns viel Stress und Hektik erspart. Wir können das Leben einfach besser genießen.

Damit wir nicht über die eigenen Füße stolpern

Wieviele Menschen hetzen von einem Termin zum anderen, während das wahre Leben an ihnen vorbeizieht? Sie wollen in ihrem Leben viel erreichen und werden zum Opfer des eigenen Ichs. Sie jagen nur noch vergänglichen Dingen nach. Sie laufen so schnell, dass sie irgendwann über die eigenen Beine stolpern. Sie lassen sich leben, werden ausgebrannt und leer. Schon der römische Philosoph Seneca hielt vor fast 2000 Jahren in seinen Schriften fest: "Hektik weist auf ein krankes Gemüt. Hauptmerkmal eines geordneten Verstandes ist Beharrungsvermögen und die Fähigkeit, mit sich selbst umgehen zu können." Wenn wir immer wieder unsere innere Stimme zu Wort kommen lassen, uns auf das Wesentliche konzentrieren, Prioritäten richtig setzen und unserer Planung diszipliniert folgen, haben wir die besten Chancen auf das Leben, das wir leben möchten.

CHRISTIAN UHL

Kürzlich, auf einem Flug nach Wien, habe ich ein afrikanisches Sprichwort gelesen: "Die Europäer haben die Uhr, wir haben die Zeit." Wenn wir mit beiden Ohren in unsere Welt hineinhören, merken wir, dass Zeit für uns selbst und unsere Liebsten die Währung unseres nächsten Jahrzehnts sein wird. Es gilt als hoher Wert in unserer Gesellschaft, effizient zu sein und Zeit zu sparen. Noch schneller gilt als noch besser. Doch wie nutzen wir diese "eingesparte" Zeit?

Sogar ein Formel-1-Rennwagen legt immer wieder einen Boxenstopp ein, um mit vollem Tank und frischen Reifen wieder Vollgas geben zu können. Die Zauberformel, wie wir mit der hohen Geschwindigkeit unserer Zeit umgehen sollen, liegt im schlauen Wechselspiel zwischen Beschleunigung und Entschleunigung. Dieses Wechselspiel macht unser Leben erst so richtig lebenswert.

Wir dürfen ruhig mit der Geschwindigkeit unserer heutigen Zeit mitgehen. Leben bedeutet auch, an unsere Grenzen zu gehen und todmüde, aber stolz ins Bett zu fallen. Doch gleichermaßen sollten wir immer wieder mit hochgelagerten Füßen auf der Couch liegen und den Vögeln beim Zwitschern zuhören.

Und für all diejenigen, die mit ihrem persönlichen Wechselspiel noch ein wenig Mühe haben, ein abschließender Vorschlag: Machen Sie doch einmal Urlaub in Afrika!